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Kein Schema

Der Schafstall platzt aus allen Nähten, als die Sänger beim Konzert aufmarschieren. Schon das Äußere signalisiert: "Wir nehmen uns nicht allzu ernst und lassen uns in kein Schema pressen." Als Kontrast zu dezentem Schwarz blitzt knallrot frech da ein Einstecktuch, dort ein Ohrclip, da ein Gürtel, dort ein Unterhemd. Mit "Morning has broken" von Cat Stevens beginnt das Programm, das von Arrangements fÜr den Gesamtchor, einfühlsam begleitet von Natalia Gluschkow am E-Piano, über einzelne Stimmgruppen bis zum a-capella Männerensemble ein ganzes Spektrum verschiedener Präsentationen bietet. Beim Udo-Jürgens-Titel "Aber bitte mit Sahne" gibt es eine kleine Inszenierung mit echter Torte und dem Sturz vom Stuhl in der Konditorei.
Knifflige Arrangements Erste Bravo-Rufe erntet der Chor, als der letzte Ton von "Downtown", dem Hit von Petula Clark, verklungen ist. "Lemon Tree" von Fools Garden kommt ebenso an wie "Caravan of Love" von den Housemartins. Die Männer dürfen sich in Szene setzen mit einem Song, der "Männer mag man eben" heißt. Danach gibt es zur Bestätigung Küsschen und Röschen von den Damen.
Je länger das Konzert dauert, desto intonationssicherer wird der Chor bei den zum Teil kniffligen Arrangements. Mit dem Titel "Somewhere" aus der West Side Story beeindruckt ein Frauenquartett. Ganz locker wird auch das Publikum beim Swing-Medley und beim kultverdächtigen Abba-Titel "Thank you for the music".
Ein recht besinnlicher Ausklang folgt dann mit dem Titel von Reinhard Mey "Gute Nacht Freunde". Natürlich will das Publikum eine Zugabe und bekommt am Ende mit "Ain't she sweet" noch einmal den ganzen Übermut und Tatendrang des Wolfsrudels im Schafstall zu spüren.


Von Waltraud Langer

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